Gegendarstellung der Interessengemeinschaft Mulkwitzer Hochkippen zum Artikel „Wutbürger bedrohen Windkraftinvestoren in Schleife“ in der Sächsischen Zeitung.

Mit großer Bestürzung und in aller Deutlichkeit distanziert sich unsere Bürgerinitiative von der Berichterstattung im Artikel „Wutbürger bedrohen Windradinvestoren in Schleife“in der Sächsischen Zeitung!
Der Beitrag arbeitet mit schwerwiegenden Behauptungen, Vermutungen und einseitigen Darstellungen, ohne dass für die behaupteten Vorfälle bislang öffentlich nachvollziehbare Beweise oder gerichtsfeste Tatsachen vorliegen. Dennoch entsteht durch Wortwahl, Dramaturgie und insbesondere durch die Verwendung eines Fotos unserer Demonstration von 2021 (Maskenpflicht aufgrund COVID19 Pandemie) der Eindruck, unsere Bürgerinitiative oder Teilnehmer unserer Proteste stünden in Zusammenhang mit strafbaren Handlungen oder Gewaltandrohungen. Dies weisen wir entschieden zurück.
Unsere Bürgerinitiative steht seit Beginn für friedlichen, demokratischen und sachorientierten Protest gegen die zusätzliche unserer bereits durch massive Umweltzerstörung des Tagebau Nochten belasteten Heimatregion durch Windkraftprojekte. Die gezeigte Demonstration war eine legale und friedliche Versammlung von Bürgerinnen und Bürgern, darunter zahlreiche Kinder, die mitten in der strengen Coronazeit ihre Sorgen um Natur, Lebensqualität, Gesundheit, Eigentum und die Zukunft ihrer Heimat zum Ausdruck gebracht haben. Es ist inakzeptabel, dieses Bildmaterial nun in einen Kontext mit angeblichen Bedrohungen oder kriminellen Machenschaften zu setzen.
Besonders problematisch ist, dass der Artikel an mehreren Stellen Behauptungen von Windkraftinvestoren und Projektbeteiligten nahezu ungeprüft übernimmt und diese öffentlich verbreitet, obwohl nach unserem Kenntnisstand keinerlei rechtskräftige Feststellungen oder belastbare Beweise präsentiert wurden. Es handelt sich bislang ausschließlich um Vorwürfe und Behauptungen einzelner Akteure. Soweit wir wissen, liegt nichtmal eine Anzeige bei der Polizei vor!
Auch gibt es keinerlei Ermittlungen des Staatsschutz gegen Unterstützer unserer Initiative.
Wir verurteilen selbstverständlich jede Form von Gewalt, Bedrohung oder persönlicher Einschüchterung – unabhängig davon, von wem sie ausgeht. Gleichzeitig erwarten wir von journalistischer Berichterstattung Neutralität, sorgfältige Recherche und eine klare Trennung zwischen Tatsachen, Vermutungen und Meinungen.
Die pauschale Verbindung kritischer Bürgerproteste mit Extremismus, Hass oder Kriminalität trägt nicht zu einer sachlichen Debatte bei, sondern diffamiert engagierte Bürgerinnen und Bürger und vergiftet das gesellschaftliche Klima weiter. Kritische Stimmen gegen Windkraftprojekte dürfen in einer demokratischen Gesellschaft nicht unter Generalverdacht gestellt werden.
Die hastig erstellte „Erklärung“ des Gemeinderates basiert ebenfalls auf bloßen Behauptungen der Investoren und trägt zusätzlich zur Vergiftung des Klimas in unserem schönen Heimatort bei!
Wir fordern daher eine ausgewogene, faktenbasierte Berichterstattung sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Bildmaterial und Formulierungen Wir fordern die SZ zur umgehenden Richtigstellung auf und erwägen rechtliche Schritte.
(IG Mulkwitzer Hochkippen/Orgateam)
ihr seid Hetzer . lasst euch doch wegbaggern. Gott sei Dank gibt es mit Bürgermeister und anderen noch normale Menschen, die sich gegen eure Gewalttätigen Proteste wehren!
Guten Tag Jan (gegennazis@antifa.de),
vielen Dank für diesen außergewöhnlich reflektierten Beitrag.
Es ist wirklich rührend zu sehen, wie engagiert sich vermeintliche Antikapitalisten heute für die Interessen privater Großinvestoren einsetzen. Früher kämpfte man gegen „Konzerne“ und „Profitlogik“ — heute verteidigt man mit bemerkenswerter Leidenschaft Projektierer, die Wälder in Industriegebiete verwandeln und damit sehr gutes Geld verdienen. Der Kapitalismus muss sich keine Sorgen mehr machen, wenn seine lautesten Gegner inzwischen seine zuverlässigsten PR-Kräfte sind.
Auch der Hinweis auf unsere angebliche „Gewalttätigkeit“ ist spannend. Unsere Mittel sind bisher vor allem Bürgerbeteiligung, Akteneinsicht, Informationsveranstaltungen und rechtliche Einwendungen. Der Satz „lasst euch doch wegbaggern“ wirkt dagegen fast schon wie ein kleiner Beitrag zur politischen Diskussionskultur der besonders moralisch Überlegenen.
Aber immerhin: Ihr Kommentar bestätigt sehr anschaulich, worum es hier längst geht. Nicht um Umwelt- oder Naturschutz, sondern darum, jede Kritik an profitablen Großprojekten sofort als unerwünscht zu markieren — selbst dann, wenn dafür Wald geopfert, Landschaft zerstört und Bürger diffamiert werden.
Trotzdem danke für den Kommentar. Satire schreibt sich manchmal wirklich von selbst.
„Gewalt“ist immer ein Argument, was zur Difamierung friedlicher Mahnwachen verwendet wird. Wieder mal wird etwas zum Politikum gemacht. Die Medien verdienen dran.