Hier wird gerade ein einzigartiger Lebensraum zerstört.Fast 400 gefährdete Arten – Seeadler, Kranich, Wolf, Schwarzmilan, Pirol, Herbstwiesenspinner – verlieren ihr Zuhause. Nicht irgendwann. Jetzt.
Bagger fressen sich durch Rückzugsräume. Flächen werden zerstört. Strukturen, die über Jahrzehnte gewachsen sind, verschwinden in Tagen.
Und das alles unter dem Etikett Klimaschutz!
Das ist kein Schutz. Das ist Zerstörung mit grünem Anstrich. Wer Biodiversität ernst nimmt, zerstört keine Hotspots der Artenvielfalt. Wer Zukunft sichern will, vernichtet nicht die letzten Rückzugsräume.
Hier wird Natur geopfert – bewusst, sichtbar, dokumentiert.Und man erwartet, dass wir schweigen.
Tun wir nicht.
Die Westkippe Mulkwitz ist kein „Industriegebiet“.Es ist Lebensraum. Und er wird gerade ausgelöscht.
Der Bürgermeister der Gemeinde Schleife stellt im aktuellen Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Schleife die Behauptung auf, unsere Gemeinderäte hätten gemeinsam mit anderen Gemeinderäten einen Fördermittelantrag abgelehnt. Diese Behauptung wurde auch in den lokalen Medien Sächsische Zeitung und Lausitzer Rundschau erwähnt.
Diese Darstellung ist falsch. Wir weisen diese Aussage ausdrücklich zurück und empfinden sie als irreführend und diffamierend.
Screenshot des Vorworte des Bürgermisters der Gemeinde Schleife, Jörg Funda, Amtsblatt VG Schleife März 2026
Was ist tatsächlich passiert?
Die Gemeindeverwaltung Schleife hat ein sogenanntes Klimaschutzkonzept erarbeitet. Dieses enthält zahlreiche Punkte wie beispielsweise „Klimaneutralität bis 2045“. Viele dieser Inhalte erscheinen uns angesichts der aktuellen finanziellen Belastungen für die Bevölkerung als wenig prioritätsgerecht.
Ein zentraler Kritikpunkt unsererseits war jedoch die durchgehend unkritische und zustimmende Haltung zu den geplanten Windkraftvorhaben im letzten zusammenhängenden Waldgebiet von Schleife. Diese Position zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Konzept.
Besonders problematisch wurden für uns die Begriffe „Willensbekundung“ und „Umsetzungsverpflichtung“. Spätestens an diesem Punkt war klar, dass wir dem Konzept in der vorliegenden Form nicht zustimmen können.
Im Vorfeld haben wir zahlreiche Vorschläge eingebracht, Gespräche geführt und uns intensiv mit dem Entwurf auseinandergesetzt. Trotz dieses Engagements wurde keine für uns tragfähige Überarbeitung vorgenommen. Stattdessen sollte das Konzept in dieser Form durch den Gemeinderat beschlossen werden.
Die demokratische Abstimmung im Gemeinderat führte letztlich dazu, dass es keine Mehrheit für dieses Konzept gab.
Wir stellen daher klar: Wir haben über einen Beschluss zum Klimaschutzkonzept abgestimmt – nicht über einen Fördermittelantrag.
Ebenso wichtig ist uns: Unsere Entscheidung bedeutet keineswegs, dass wir grundsätzlich gegen ein Klimaschutzkonzept sind. Im Gegenteil – wir befürworten ein solches ausdrücklich. Allerdings erwarten wir eine sachgerechte, ausgewogene und realistische Ausarbeitung, die den tatsächlichen Anforderungen des Klimaschutzes gerecht wird.
Im Zusammenhang mit dem Konzept stand auch die Schaffung einer Personalstelle, die durch Fördermittel unterstützt worden wäre. Dabei wird jedoch häufig verschwiegen, dass die Gemeinde einen Eigenanteil von 40 % hätte tragen müssen.
Für die Bürgerinnen und Bürger entsteht daraus kein direkter Nachteil. Für die Gemeinde, die sich in einer angespannten finanziellen Lage befindet, hätte dies jedoch zusätzliche Belastungen bedeutet – insbesondere durch eine weitere Stelle in der Verwaltung.
Die öffentlichen Äußerungen von Herrn Sprejz, Bürgermeister von Trebendorf, empfinden wir als unangemessen und sachlich unbegründet. Statt den Dialog zu suchen, wurden hier Aussagen getroffen, die weder zur Klärung beitragen noch auf einer vollständigen Kenntnis der Sachlage beruhen.
Screenshot des Vorwortes des Bürgermeisters der Gemeinde Trebendorf, Robert Sprejz, Amtsblatt VG Schleife März 2026
Wir handeln weder aus Eigennutz noch folgen wir externen Vorgaben. Unser Maßstab ist allein die Verantwortung gegenüber unserer Gemeinde und ihren Bürgerinnen und Bürgern.
Abschließend war es uns wichtig, die Sachlage richtigzustellen. Nun richten wir unseren Fokus wieder auf unsere ehrenamtliche Arbeit – für die Zukunft unserer Kinder und unserer Gemeinde.
Im Jahr 2026 blickt die Interessengemeinschaft Mulkwitzer Hochkippen auf fünf bewegte und zugleich erfolgreiche Jahre zurück. Was einst als lose Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger begann, hat sich zu einer starken Stimme für den Schutz von Natur, Heimat und regionaler Identität entwickelt. Am 21.März 2021 gründeten wir unsere Interessengemeinschaft (I.G. Mulkwitzer Hochkippen) in Schleife.
Ausgangspunkt der Gründung war die wachsende Sorge um die Zukunft der Mulkwitzer Hochkippen – ein ökologisch wertvoller und geschützter Waldbereich, der zunehmend ins Visier groß angelegter Investitionsprojekte geriet. Geplant waren unter anderem der Bau von Windkraftanlagen, Photovoltaikflächen, industriellen Anlagen, Fischzuchtbetrieben sowie einer Wärmespeicherfabrik. Viele Einwohner empfanden diese Vorhaben als massive Eingriffe in die Natur und als Bedrohung für das gewachsene Landschaftsbild.
Die Interessengemeinschaft formierte sich mit dem klaren Ziel, diese Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und den Schutz des Gebietes in den Mittelpunkt zu stellen. Durch Informationsveranstaltungen, Bürgerdialoge, Petitionen und eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit gelang es, ein breites Bewusstsein für die Bedeutung der Hochkippen zu schaffen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die starke Vernetzung innerhalb der Region. Unterstützt von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern entwickelte sich die Initiative zu einer geschlossenen Bewegung, die ihre Anliegen sachlich, aber mit Nachdruck vertrat. Dabei wurde immer wieder betont, dass nachhaltige Entwicklung nicht im Widerspruch zum Naturschutz stehen dürfe.
Kritisch begleitet wurde insbesondere die Haltung der kommunalen Führungsspitze. Der Bürgermeister sowie die Gemeindeverwaltung galten als entschiedene Befürworter der geplanten Projekte und treiben diese weiterhin aktiv voran. Diese Position führte zu kontroversen Diskussionen innerhalb der Gemeinde / Gemeinderates, die jedoch auch ein Zeichen gelebter demokratischer Auseinandersetzung waren.
Trotz dieser Herausforderungen kann die Interessengemeinschaft heute eine bemerkenswerte Bilanz ziehen. Mehrere der ursprünglich geplanten Projekte wurden gestoppt, überarbeitet oder zumindest deutlich verzögert. Gleichzeitig hat sich das öffentliche Bewusstsein für Umwelt- und Naturschutzfragen nachhaltig geschärft.
Das fünfjährige Jubiläum ist daher nicht nur ein Anlass zum Rückblick, sondern auch ein Zeichen für die Wirksamkeit bürgerschaftlichen Engagements. Die Interessengemeinschaft Mulkwitzer Hochkippen steht exemplarisch für den Einsatz einer Region für ihre natürlichen Lebensgrundlagen – sachlich, beharrlich und mit langfristiger Perspektive.
Mit Blick in die Zukunft bleibt die Aufgabe bestehen, die erreichten Fortschritte zu sichern und weiterhin wachsam zu sein. Die vergangenen fünf Jahre haben gezeigt: Wenn Menschen sich zusammenschließen und Verantwortung übernehmen, können sie entscheidend dazu beitragen, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten.
Zu Gast bei der Mitgliederversammlung von Natura Spremberg e.V., unser Partner-Bürgerinitiative am anderen Ende des Waldes.
Vernetzung ist das Wichtigste, nur gemeinsam können wir noch schaffen, die drohenden Untergangsszenarien aus Windkraft und Kupferbergbau zu verhindern.
Das unscheinbare „Nickende Birngrün“ (Orthilia secunda), gefunden von unserem aktiven Unterstützer Christian, vielen Dank dafür 😊.
Standort Westkippe Plateau. Gelistet unter „besonderer Schutz“ Rote Liste Sachsen. Somit sind wir bei annähernd 350 Arten der Flora und Fauna, die einen Schutzstatus haben und teilweise sogar als streng geschützt oder als fast ausgestorben gelten.
Die aktuelle Liste werden wir in Kürze veröffentlichen. Leider hält der riesige Wert des Ökosystems den Raubbau und die Zerstörung momentan nicht auf.
Momentan ist viel in Bewegung. Während die emsigen Investoren ihre Firmennamen austauschen und die Gründung neuer GmbHs und UGs fast wie ein Wettbewerb wirkt – bei dem man nur erahnen kann, was dahintersteckt – treibt auch die Gemeindeverwaltung unter dem Herrn Bürgermeister ihre Pläne weiter voran, große Teile des Waldes mit Windenergieanlagen (WEA) zu bebauen.
Während der Flächennutzungsplan auf nicht ganz sicherem Funda-Ment steht, wurde mal fix ein Klimaschutzkonzept vorgelegt. Dieses wirkte hastig erstellt und sollte ebenso schnell vom Gemeinderat beschlossen werden.
Wir haben uns das Konzept genauer angesehen und festgestellt, dass die Zustimmung zur Windkraft im Wald darin eine zentrale Rolle spielt. Begriffe wie „Willensbekundung“ und „Umsetzungsplan“ machten deutlich, dass das Konzept in der vorliegenden Form nicht zustimmungsfähig ist. Aus unserer Sicht wäre ein positiver Beschluss einer Legitimation der Waldnutzung für Windkraft gleichgekommen.
Eine von uns geforderte Überarbeitung sowie mehr Zeit für die Ausarbeitung wurden abgelehnt. Als Begründung wurden unter anderem Fördermittel für eine Personalstelle in der Gemeindeverwaltung sowie damit verbundene Fristen genannt.
Für uns war daher klar: Wir lehnen das Klimaschutzkonzept in dieser Form ab. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass wir grundsätzlich gegen ein Klimaschutzkonzept sind.
Die Abstimmung fiel äußerst knapp aus: 7 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Damit wurde das Konzept abgelehnt. Dies ist aus unserer Sicht ein wichtiger Schritt in einer Zeit, in der die Planungen für Windkraft im Wald immer größere Dimensionen annehmen.
Laut dem neuen Regionalplan Oberlausitz-Niederschlesien sollen mehr als 10 % der Fläche der Gemeinde Schleife für Windkraft bereitgestellt werden – und zwar vollständig im Wald. Für uns stellt sich die Frage, wie eine solche Entwicklung noch als vertretbar angesehen werden kann, was manche Verantwortungsträger und manche Bürgervertreter tatsächlich tun!
Wie es weitergeht, lässt sich derzeit nicht sagen. Klar ist jedoch: Wir werden weiterhin alles daransetzen, so viel Natur wie möglich zu erhalten.
Im Nachgang entstand teilweise der Eindruck, wir hätten gegen einen Fördermittelantrag gestimmt. Das ist nicht korrekt. Wir haben gegen ein Klimaschutzkonzept gestimmt, das in der vorliegenden Form nicht zustimmungsfähig war. Die Fördermittel wären an eine Personalstelle gebunden gewesen – für die Bürgerinnen und Bürger ergeben sich aus diesem Beschluss daher weder direkte Vor- noch Nachteile.
Stellungnahme der IG Mulkwitzer Hochkippen zum Klimaschutzkonzept der Gemeinde Schleife
Die IG Mulkwitzer Hochkippen lehnt das geplante Klimaschutzkonzept der Gemeinde Schleife in der vorliegenden Form klar ab.
Zentraler Kritikpunkt ist der vorgesehene Umfang der Flächenausweisung für Windenergie. Während bundesweit ein Flächenziel von 2 % vorgesehen ist, sollen in der Gemeinde Schleife 9,7 % der Gemeindefläche für Windenergie bereitgestellt werden. Damit würde Schleife nahezu das Fünffache des bundesweiten Zielwertes leisten. Die geplanten Flächen für Wind und Sonne auf den zukünftigen Rekultivierungsflächen sind noch gar nicht inbegriffen. Zusammen mit diesen reden wir womöglich vom sechs- sieben- oder achtfachen dessen, was bundesweit gefordert wird.
Diese Übererfüllung ist weder sachlich begründet noch regional vertretbar – insbesondere vor dem Hintergrund der außergewöhnlichen Vorbelastungen durch den Tagebau.
Die Ortsteile Mulkwitz, Rohne und der Schleifer Süden sind bereits heute und für Jahrzehnte erheblichen Belastungen ausgesetzt. Massive Eingriffe in den Grundwasserhaushalt, Staubbelastungen und Lärmemissionen prägen das Leben der Menschen vor Ort. Ein Konzept, das diese Realität nicht angemessen berücksichtigt, verfehlt seinen Anspruch auf Ausgewogenheit und Verantwortung.
Besonders kritisch ist die starke Inanspruchnahme von Waldflächen für energiepolitische Zwecke. Wälder sind ein zentraler Bestandteil des Klimaschutzes. Ihre Zerstörung zur Umsetzung von Klimazielen ist widersprüchlich und konterkariert die eigenen Zielsetzungen. Klimaschutz darf nicht durch zusätzlichen Verlust von Wald- und Naturflächen erkauft werden.
Zudem bleibt die kumulative Wirkung mehrerer Großvorhaben – Tagebau, zusätzliche Energieinfrastruktur und direkt an die Gemarkung Schleife grenzende weitere Wald-Wind-Großprojekte (30 Spremberg, etwa genausoviel in Spreewitz)– weitgehend unbeachtet. Die Gesamtbelastung für Mensch, Natur und Landschaft wird damit systematisch unterschätzt.
Wir halten fest: Ein Klimaschutzkonzept, das eine einzelne Gemeinde zu einem Vielfachen des bundesweiten Flächenziels verpflichtet und dabei bestehende strukturelle Belastungen ignoriert, gefährdet die Akzeptanz der Energiewende vor Ort.
Wir fordern daher eine grundlegende Überarbeitung des Klimaschutzkonzeptes. Erforderlich ist ein realistischer, verhältnismäßiger Ansatz, der Klimaschutz, Naturschutz und die Lebensqualität der Menschen in der Gemeinde Schleife gleichermaßen berücksichtigt.
Trotz der schockierenden Entwicklungen konnten wir am 04. Dezember 2025 auch das Naturparadies Hochkippen erleben – dort, wo es in abgelegenen Winkeln noch existiert. Der Mond stand hell über uns, Schwarzspechte riefen aus den Baumkronen, ein Seeadler zog seine Kreise. Wolfslosungen und frische Abdrücke zeigten, dass auch Isegrim noch hier unterwegs ist.
Es waren kurze, klare Momente des Durchatmens. Augenblicke, in denen die Stille dieser eindrucksvollen Landschaft uns innehalten ließ – man wollte sie festhalten, abspeichern, weil man weiß, wie selten sie geworden sind. Und vielleicht nie wieder so zurückkehren.
Denn die angeblich „grüne“ Ideologie, die gewissenlose Lobbyisten und Investoren verkaufen, bedeutet hier nichts anderes als Naturzerstörung. Und genau das macht die letzten unversehrten Eindrücke so wertvoll – und so verletzlich.