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Bürgerinitiative Mulkwitzer Hochkippen

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Herbst

Der Herbst beginnt auf den Hochkippen. Eine melancholische Stille, nur unterbrochen durch das Röhren der Könige der Wälder, und eine sich langsam gelb färbende Welt machen diese Jahreszeit zu etwas Besonderem.
Wir werden alles geben, was wir können, damit dies nicht der letzte friedliche Herbst für die vielen Bewohner dieses Paradieses wird.
Es muss einfach jedem klar sein, dass, wenn, wie von den Investoren gern gewünscht, Baubeginn 2022 ist, dass nichts mehr ist wie es war! Offenbar sind die Dimensionen noch nicht allen bewusst.

Zusammenfassung der gestrigen Infoveranstaltung

„Diese Art wird nicht beeinträchtigt.“ Dieser Satz war gestern Abend anlässlich der Infoveranstaltung zu einem Teil der Bauvorhaben – organisiert durch die Gemeinde Schleife – fast als „Repetitio“ zu bezeichnen. Was das ist? Ein Stilmittel der Wiederholung um eine Intensivierung der Aussage zu erreichen. Das wollen wir selbstverständlich nicht unterstellen. Doch mutet es insgesamt schon merkwürdig an, wenn Arten (in der gestrigen Veranstaltung ging es bisher lediglich um Vogelarten) kartiert werden und die angebliche Nichtbeeinträchtigung festgestellt werden muss bzw. eine Umsiedlung organisiert werden soll – mit ungewissem Ausgang – anstatt von vornherein nach Arealen zu suchen, wo ein derart vielfältiges Artenvorkommen garnicht vorliegt?

Alles in allem aber war es ein gelungener Abend, wir bedanken uns nochmals für die Einladung und die Möglichkeit der Diskussion. Dennoch haben wir noch eine Anmerkung. Das Thema ist emotionsbesetzt und gerade weil es so ist, bitten wir an dieser Stelle gerade auch dafür für Verständnis und um die Reflektion, dass Emotionen dann überschießen, wenn man das Empfinden hat, nicht ernst genommen zu werden. Dem sollte nicht nur mit Verurteilung und Maßregelung, sondern auch mit Verständnis und wie gesagt Selbstreflektion begegnet werden. Emotionale Verbundenheit ist nicht gesetzlich verankert, niemand kann ein Recht darauf begründen, geschweige denn hält sie formal rechtlichen Prüfungen stand. Sie ist aber ein großer Baustein für Zufriedenheit und für Lebensqualität.

Anbei noch unser Redebeitrag von gestern, vorgetragen von Daniel Jakubik, zu Eurer Information. Wir wünschen ein erholsames Wochenende!

Daniel Jakubik am Rednerpult

Ausmaß der beabsichtigten Naturraumzerstörung

Zur Information mal eine grob skizzierte Übersicht der Vorhaben. Zu sehen ist die Gemarkung der Gemeinde Schleife.
Rot das Abbaugebiet des Tagebau Nochten bis 2038. Man kann gut erkennen, dass praktisch der gesamte Süden von Schleife inklusive der Ortsteile Rohne und Mulkwitz betroffen ist. Der Ort Mühlrose verschwindet gänzlich und wird als letztes devastiertes Dorf in die Bergbaugeschichte eingehen.
Im Nordwesten der Gemarkung Schleife befindet sich ein großes zusammenhängendes Waldgebiet( ca. 8000ha), durch das sich die Landesgrenze Sachsen/Brandenburg zieht. Diese ist nordwestlich zugleich die Gemarkungsgrenze Schleife/Spremberg .
Die geplanten PV-Anlagen befinden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Schleife und sind weiß dargestellt. Zwei Anlagen betreffen direkt das Ökosystem Hochkippen. Die anderen drei das Waldgebiet unterhalb der Hochkippen. Weit über 100 ha Wald sollen diesen irrsinnigen Plänen geopfert werden und das in einer Region, die schon über die Belastungsgrenze hinaus mit Naturzerstörung konfrontiert wird. Wer trägt die Verantwortung für solch einen Wahnsinn?

Achtung, bitte beachten: bei diesem Bild handelt es sich um eine grobe Skizzierung der betroffenen Flächen um das Ausmaß zu veranschaulichen.

Stellungnahme NABU

Am 20.7.21 erfolgte eine umfangreiche Dokumentation der Flora im Bereich der beantragten PV-Anlagen auf und an den Mulkwitzer Hochkippen, durchgeführt durch Herrn Christian Hoffmann, NABU.
Eine detaillierte Stellungnahme wurde veröffentlicht. Diese ist zu lang, um hier veröffentlicht zu werden, kann aber auf Wunsch bei uns eingesehen bzw. verschickt werden.
An dieser Stelle nur mal die Schlussfolgerung, das Fazit der Dokumentation.
Es ging bei dieser Erhebung ausschließlich um die Pflanzenwelt, die Dokumentation Fauna steht noch aus.
Wenn man die Schlussfolgerung liest, kann man ableiten, welchen Stellenwert das Gebiet bekommt, nachdem auch die besonders artenreiche Tierwelt dokumentiert wurde.
Quelle:
Dokumentation der Biotope und Pflanzenvorkommen im Bereich der Planungen für PV-Freiflächenanlagen an den Aussenhalden Mulkwitz und Bahnlinie bis Umspannwerk Graustein.
Durchgeführt durch Christian Hoffmann, Firma Grünplan Hoffmann, Büro für biologische Gutachten, Weisswasser.

Infoveranstaltung in Schleife

Am Donnerstag, 9.9., findet im Saal des SKZ Schleife um 18Uhr eine von der Gemeinde Schleife organisierte Infoveranstaltung zu den PV-Bauvorhaben auf den Hochkippen statt.
Wir bekommen die Möglichkeit, dort unsere BI vorzustellen.
Ansonsten ist es die Chance, klarzustellen, was wir nicht wollen und gut zuzuhören, was dort erzählt wird. Deshalb bitten wir euch, teilzunehmen und auch die Chance zu nutzen, im Rahmen der Diskussion Fragen zu stellen.
Wir Bürger müssen konsequent zeigen, dass die Mulkwitzer Hochkippen kein Bauland sind und dass die Zerstörung dieses Ökosystems ein absolutes „NoGo“ darstellt.
Wir als Bürgerinitiative sind ab 17:30 vor dem Saal. Schließt euch uns an, um mit uns gemeinsam die Veranstaltung zu besuchen.

+++Waldquiz+++Walddiplom+++Waldschützer+++

Ein ganz besonders schönes Highlight gab es gestern auf den Hochkippen. Die Kinder des Schleifer Hortes hatten sich mit dem Fahrrad auf den Weg gemacht, um die Natur zu erkunden. Hubertus Scammel hatte wieder viele spannende und wissenwerte Sachen zu berichten, die Kinder unendlich viele Fragen und auch Meinungen. Neugierig und aufmerksam konnten wir gemeinsam mit ihnen Tierspuren suchen (und finden!), Naturmaterialien sammeln und bestimmen. Kolossale Hirsche erblickten wir aus der Ferne, winzigen „Geckos“ und Schmetterlingen waren wir ganz nah.

In drei verschiedene Teams aufgeteilt mussten die Schleifer Hortkinder sich unterschiedlichen Herausforderungen stellen und sind nun verdiente Waldexperten – nach Waldbegehung und Waldquiz mit dem „Walddiplom“ gekürt.

Uns hat es jedenfalls super viel Spaß gemacht und ist auf jeden Fall eine Wiederholung wert! 😁

Beitrag im mdr-Sachsenspiegel

Ein kurzer, aber aussagekräftiger Beitrag im MDR zu unserem Kampf für den Erhalt eines Paradieses.
Unser Kampf, das letzte zusammenhängende Naturareal der Gemeinde zu erhalten, 130 ha Wald vor der Rodung zu bewahren, die Heimat von Tausenden Tieren, davon weit mehr als 100 Arten strengstens geschützt, zu bewahren, das Erbe der fleißigen Erschaffer des Gebietes mit Würde zu behandeln.

Wenn man die „Argumente“ der Gemeinde und des Bürgermeisters in Summe betrachtet, ist man einfach nur noch entsetzt.
Grotesker geht es kaum noch.
Wer Tausende Arbeitsplätze im Bergbau gleichsetzt mit einem irrsinnigen Projekt von dubiosen Investoren, wo 0,0 Arbeitsplätze entstehen und wo die letzte Naturreserve der Gemeinde zerstört werden soll, der leidet unter Realitätsverlust.
Der nächste Tritt in den Hintern unserer Bürger. Unfassbar und einfach nur respektlos.
Bürgerwille, Erbe, Naturschutz, Fakten! All das scheint nichts zu zählen hier.
Die Aussage des Bürgermeisters zeigt auch klar, dass er sehr wohl FÜR das Projekt ist, wo ist eigentlich die stets betonte „Neutralität“?
Ehrlich geht anders, Herr Bürgermeister.
Und diese repektlosen Äusserungen, das immer klarer erkennbare Agitieren für diesen Wahnsinn wird den Bürgern nicht verborgen bleiben!

Nun liegt es an den Behörden, ihre Arbeit zu machen und dieses unsägliche Trauerspiel in die Schranken zu verweisen. (Orga-Team)

Der Link zum Beitrag:

https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-543172.html

Zeitungsartikel

SZ vom heutigen Tage… mit der Bitte, aufmerksam zu lesen – auch die Stellungnahme des Ortschaftsrates – und wirken zu lassen. Wir denken, es bedarf keines weiteren Kommentars unsererseits.

Euch allen Naturliebhabern und Unterstützern wünschen wir ein sonniges Wochenende. 🙂

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